Die Herstellung von selbst entworfenen Platinen in Auftrag zu geben ist teuer. Und selbst wenn man Zugang zu einer mehr oder weniger professionellen Ätzanlage hat, so kostet das Belichten und entwickeln der Platinen unnötig Zeit und Aufwand, da sehr sorgfältig in einer Dunkelkammer vorgegangen werden muss. Aus diesem Grund haben TJ und ich beschlossen die “Direkt Toner Methode” auszuprobieren.

Wie Thomas Pfeifer auf seiner Homepage beschreibt, soll es möglich sein den Ausdruck eines Laserdruckers mit Hilfe eines Bügeleisens sicher auf eine Platine zu übertragen, die dann geätzt werden kann.

Dazu ist eine möglichst glatte, gummiartige, aber hitzebeständige (!) Oberfläche des zu bedruckenden Papiers notwendig. Das von Thomas Pfeifer empfohlene Papier aus dem Reichelt Katalog stellte sich, nach anfänglichen Schwierigkeiten auf Grund der Papierstärke, als optimal heraus. Eventuell sind noch bessere Ergebnisse zu erzielen wenn man eine solche Seite auf normalem 80g/m² Kopierpapier befestigt, da die federleichte und hauchdünne Seite desöfteren gewellt, zerknickt oder eingerissen aus dem Drucker herauskam.
Die bedruckten Seiten von einigen alten Poster sind dagegen nicht zu empfehlen! Einige schlugen Blasen und ließen die Trommel des Laserdruckers ein paar beißende Rauchwölkchen von sich geben…

Unser erster Versuch war natürlich noch nicht von Erfolg gekrönt, aber es lässt sich erkennen, dass die Methode durchaus erfolgreich werden könnte.

Nach einigen Druckerproblemen und weiteren Fehlversuchen (die aufgedruckten Leiterbahnen lösten sich immer stellenweise ab), gelang es uns nun gestern ein Layout erfolgreich auf eine Platine zu übertragen.

Sofitten Leider konnte ich dem ersten Probelauf unserer selbstgebauten Ätzanlage nicht beiwohnen, das Ergebnis in Form zweier Leuchtmittel fürs Auto ist allerdings sehr überzeugend. Diese müssen selbstverständlich noch mit passenden LEDs und Widerständen bestückt werden.

In der hochauflösenden Ansicht des Bildes sind zwar noch minimale Risse im Kupfer zu erkennen, die die Funktion dieser simplen Platinen jedoch in keiner Hinsicht beeinflussen.

Bishere haben wir auf das zusätzliche “Einbrennen” des Toners verzichtet, welches auch dieses Problem beseitigen sollte. Dies geschieht durch Einspannen des Bügeleisens in einen Schraubstock mit der Bügelfläche nach oben. Wird die Platine nun mit der unbedruckten Seite nach unten auf das Bügeleisen gelegt, soll sich der Toner noch einmal verflüssigen und diese minimalen Risse schließen.

Diese zusätzliche Verfestigung des Toners lohnt sich aus elektrotechnischer Sicht allerdings wirklich erst bei feinen Leiterbahnen, die sonst unterbrochen würden.